Schweizer Unternehmen für isländische Unternehmer: Kapital, Banking, Steuern, EFTA-Aufenthalt und die isländischen Regeln, die auch nach der Gründung relevant bleiben.

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Eine der ungewöhnlicheren Lieferungen zwischen der Schweiz und Island enthielt etwas, das keines der beiden Länder in der Atmosphäre belassen wollte: Kohlendioxid.

2022 dokumentierte Carbfix in Hellisheiði die Einlagerung von CO₂, das aus der Schweiz importiert worden war. Die Unternehmenschronik ordnet diesen Meilenstein in die Entwicklung einer Technologie ein, die Kohlendioxid durch Mineralisierung im Untergrund speichert.

Die wirtschaftliche Erkenntnis ist interessanter als die Lieferung selbst. Die Schweiz und Island können unterschiedliche Fähigkeiten in dasselbe Projekt einbringen, ohne einander zu duplizieren.

Das ist auch ein sinnvoller Ausgangspunkt für die Schweizer Firmengründung durch isländische Unternehmer. Ein Schweizer Unternehmen kann Marktzugang, spezialisierte Produktion, die strukturierte Verwaltung von Beteiligungen oder internationales Management ermöglichen. Entscheidend ist, welche Funktion tatsächlich in die Schweiz gehört – und ob eine neue Gesellschaft, ein Unternehmenskauf oder eine Partnerschaft die passende Lösung dafür ist.

Zwei EFTA-Staaten, aber keine identischen Systeme

Island und die Schweiz nahmen 1950 diplomatische Beziehungen auf. Ihre bilateralen Beziehungen umfassen wirtschaftliche Zusammenarbeit sowie gemeinsame Interessen in Klima- und Energiefragen.

Beide Länder gehören der Europäischen Freihandelsassoziation EFTA an. Allerdings nimmt Island am Europäischen Wirtschaftsraum teil, die Schweiz nicht. Die Erläuterung der EFTA zu ihren EWR-Mitgliedstaaten macht diesen Unterschied deutlich.

Für einen Unternehmer bedeutet dies, vertraute institutionelle Verbindungen von den Vorschriften zu unterscheiden, die für eine konkrete Tätigkeit gelten.

Die Beziehung hat auch eine sportliche Dimension: Die Zeit des isländischen Fussballers Birkir Bjarnason in Basel ist in der Berichterstattung der UEFA dokumentiert. Die wirtschaftlichen Verbindungen zeigen jedoch eine noch grössere Vielfalt an Möglichkeiten, eine Schweizer Präsenz aufzubauen.

Drei unterschiedliche Modelle isländisch-schweizerischer Geschäftstätigkeit

Lokale Marktpräsenz: Össur Schweiz AG

Das offizielle Standortverzeichnis von Össur nennt sowohl den isländischen Hauptsitz in Reykjavík als auch die Össur Schweiz AG in Solothurn.

Dies veranschaulicht ein klar umrissenes Geschäftsmodell: Ein international organisiertes Unternehmen unterhält eine eigene Präsenz auf dem Schweizer Markt.

Für ein isländisches Unternehmen lautet die praktische Frage, ob Schweizer Kunden, Geschäftsbeziehungen und lokale Verantwortlichkeiten eine eigene Gesellschaft rechtfertigen. Eine auf den Markt ausgerichtete Tochtergesellschaft erfüllt einen anderen Zweck als eine Gesellschaft, die lediglich Beteiligungen hält.

Spezialisierte Fähigkeiten erwerben: Alvotech und Ivers-Lee

Am 9. Juli 2025 gab das in Reykjavík ansässige Biotechnologieunternehmen Alvotech die Übernahme der Ivers-Lee Group in der Schweiz bekannt.

Das Unternehmen mit Hauptsitz in Burgdorf brachte Kompetenzen in der pharmazeutischen Montage und Verpackung ein. Alvotech erklärte, dass Ivers-Lee als eigenständige juristische Person bestehen bleiben werde, während die operativen Tätigkeiten in den Bereich Technical Operations von Alvotech integriert würden.

Gründer Robert Wessman verwies auf eine bereits seit mehreren Jahren bestehende Lieferantenbeziehung.

Für einen Unternehmer ist dies eine wichtige Unterscheidung: Der Kauf eines Schweizer Unternehmens kann bedeuten, Mitarbeitende, Anlagen und spezialisiertes Wissen zu erwerben – nicht lediglich ein älteres Gründungsdatum. Die wirtschaftliche Begründung der Übernahme sollte auf diesen Fähigkeiten beruhen.

Technologien kombinieren: Carbfix, Climeworks und ON Power

Das Orca-Projekt in Island kombiniert die Technologie von Climeworks zur direkten CO₂-Abscheidung aus der Luft, den Speicheransatz von Carbfix und die von ON Power bereitgestellte Geothermie. Die Projektbeschreibung von Climeworks dokumentiert die Einweihung im September 2021.

Dies ist ein Partnerschaftsmodell und keine Schweizer Tochtergesellschaft mit isländischen Eigentümern.

Die praktische Erkenntnis betrifft die Verteilung von Verantwortlichkeiten zwischen Spezialisten. Ein internationales Projekt benötigt möglicherweise zunächst sorgfältig aufeinander abgestimmte Verträge und technische Schnittstellen, bevor eine weitere Holdinggesellschaft erforderlich wird.

Diese drei Beispiele unterscheiden sich wirtschaftlich deutlich. Keines belegt, dass die Beteiligten die Schweiz vor allem aus steuerlichen Gründen gewählt haben.

Welche Aufgabe soll die Schweizer Gesellschaft tatsächlich übernehmen?

Bevor die Rechtsform gewählt wird, sollten Kunden, Lieferanten, Mitarbeitende, Vermögenswerte, Entscheidungsträger und erwartete Zahlungen identifiziert werden.

Ein isländisches Softwareunternehmen mit Schweizer Kunden benötigt eine andere Struktur als ein Hersteller, der spezialisierte Produktionsanlagen erwirbt. Ein Investor, der mehrere internationale Beteiligungen koordiniert, stellt wiederum andere Anforderungen.

Eine hilfreiche Planungsübung besteht darin, die Verantwortlichkeiten der Schweizer Gesellschaft zu beschreiben, ohne Steuern zu erwähnen. Wer verhandelt Verträge? Wer erbringt die Leistungen? Wer trägt den Verlust, wenn ein Kunde nicht bezahlt? Welche Entscheidungen werden in der Schweiz getroffen?

Die Antworten bestimmen, ob eine operative Tochtergesellschaft, eine Beteiligungsgesellschaft, ein Unternehmenskauf oder eine direkte geschäftliche Partnerschaft näher geprüft werden sollte.

Kann ein isländischer Staatsbürger eine Schweizer AG oder GmbH besitzen?

Ja. Eine isländische Privatperson oder Gesellschaft kann grundsätzlich 100 % einer Schweizer AG oder GmbH besitzen, ohne dass der Eigentümer persönlich in der Schweiz wohnen muss.

Die Gesellschaft muss dennoch die Schweizer Vertretungsvorschriften erfüllen, einschliesslich der Vertretung durch eine entsprechend zeichnungsberechtigte Person mit Wohnsitz in der Schweiz. Dies ist von der persönlichen aufenthaltsrechtlichen Situation des Eigentümers zu unterscheiden.

Die offiziellen Informationen zur AG und die Informationen zur GmbH erläutern die gesellschaftsrechtlichen Anforderungen.

Isländische ehf.: vertraute Haftungsbeschränkung, anderes Kapital

Eine isländische private Kapitalgesellschaft, die einkahlutafélag – kurz ehf., benötigt ein Mindestkapital von ISK 500’000, das bei der Gründung vollständig einbezahlt sein muss. Nach den Angaben der isländischen Registrierungsbehörde kann sie einen einzigen Gründer haben.

Der Vergleich mit der Schweiz sollte neben dem Kapitalbetrag auch Unternehmensführung und Offenlegung berücksichtigen.

Schweizer GmbH: für einen stabilen Eigentümerkreis

Eine Schweizer GmbH benötigt mindestens CHF 20’000 vollständig einbezahltes Stammkapital. Ein einziger Gesellschafter genügt.

Die Gesellschafter werden im Handelsregister veröffentlicht. Anteilsübertragungen bedürfen einer schriftlichen Dokumentation und grundsätzlich der Zustimmung der Gesellschafterversammlung, vorbehaltlich der Statuten und des anwendbaren Rechts.

Diese Rechtsform kann für ein inhabergeführtes operatives Unternehmen mit einem relativ stabilen Eigentümerkreis geeignet sein.

Schweizer AG: Flexibilität für Investitionen und Eigentümerwechsel

Eine Schweizer AG benötigt mindestens CHF 100’000 nominelles Aktienkapital. Bei der Gründung müssen mindestens 20 % des Nennwerts jeder Aktie einbezahlt werden, insgesamt jedoch mindestens CHF 50’000.

Auch eine AG kann einen einzigen Aktionär haben. Sie kann zweckmässig sein, wenn zukünftige Investoren, Nachfolgeplanung oder Eigentümerwechsel wichtig sind.

Aktionäre werden grundsätzlich nicht allein aufgrund ihres Aktienbesitzes im Handelsregister veröffentlicht. Das macht eine AG jedoch nicht anonym: Eigentumsregister, bankseitige Prüfungen und Meldungen zu wirtschaftlich Berechtigten bleiben relevant.

Der ausführliche Vergleich von AG und GmbH behandelt diese Unterschiede über die anfänglichen Kapitalanforderungen hinaus.

Gründungskosten: Gesellschaftskapital und Betriebsbudget unterscheiden

Unterscheiden Sie zwischen Gesellschaftskapital, einmaligen Gründungskosten und laufenden Betriebskosten.

Das Kapital gehört der Gesellschaft. Notariatskosten, Registrierung, professionelle Unterstützung, Vorbereitung des Bankprozesses, Vertretung durch eine in der Schweiz wohnhafte Person, Geschäftsräume, Buchhaltung und Compliance sind separate Budgetpositionen.

Der Schweizer Firmengründungskosten-Rechner bietet einen ersten Richtwert. Ein verbindliches Angebot sollte die tatsächliche Eigentümerstruktur, Tätigkeiten und Verantwortlichkeiten berücksichtigen.

Bei einem aus Island finanzierten Projekt sollten auch Währungsumrechnung und Überweisungszeitpunkte berücksichtigt werden. Ein in isländischen Kronen erstelltes Budget muss mit den Verpflichtungen abgestimmt werden, die in Schweizer Franken zu bezahlen sind.

Besonders wichtig ist die Planung der Betriebsmittel. Das gesetzliche Mindestkapital berechnet nicht, wie viel Geld für Löhne, Lieferantenanzahlungen oder die Zeit bis zu den ersten Kundenzahlungen benötigt wird.

Können isländische Unternehmer in die Schweiz ziehen, um das Unternehmen zu führen?

Ja, sofern die anwendbaren Voraussetzungen erfüllt sind. Isländische Staatsangehörige profitieren vom Schweizer EU/EFTA-Regelwerk und unterliegen nicht den allgemeinen Zulassungsvorschriften für Unternehmer aus Drittstaaten.

Die offiziellen Informationen für Unternehmer aus EU/EFTA-Staaten beschreiben den Weg für eine tatsächliche selbständige Erwerbstätigkeit. Antragsteller müssen nachweisen, dass die Tätigkeit wirklich besteht. Geschäftsunterlagen, Registrierung und finanzielle Nachweise können dafür relevant sein. Sind die Voraussetzungen erfüllt, kann eine B-Bewilligung mit fünfjähriger Gültigkeit erteilt werden.

Die geplante Rolle bleibt entscheidend. Gesellschaftsanteile zu besitzen, über die eigene Gesellschaft zu arbeiten und eine selbständige Erwerbstätigkeit auszuüben, erfordern die jeweils korrekte arbeits- und sozialversicherungsrechtliche Einordnung.

Auch ein Aufenthalt ohne Erwerbstätigkeit ist möglich

Ein isländischer Staatsbürger muss nicht zwingend eine Gesellschaft gründen, um in der Schweiz zu wohnen.

Nach den Regeln zur EU/EFTA-B-Bewilligung können qualifizierende Personen ohne Erwerbstätigkeit eine Aufenthaltsbewilligung erhalten, wenn sie ausreichende finanzielle Mittel sowie eine angemessene Kranken- und Unfallversicherung nachweisen.

Dies ist insbesondere für einen Unternehmer relevant, der sein Unternehmen verkauft oder dessen tägliche Führung delegiert hat.

Diese Rechte knüpfen an die betreffende Staatsangehörigkeit und die individuellen Voraussetzungen an. Eine isländische Aufenthaltsbewilligung allein macht einen Drittstaatsangehörigen nicht zu einem isländischen Staatsbürger.

Unternehmensbesteuerung: Der Schweizer Steuersatz ist nur ein Teil der Rechnung

Island: der ordentliche Unternehmenssteuersatz

Der ordentliche Körperschaftsteuersatz für eine isländische Kapitalgesellschaft beträgt nach dem geltenden isländischen Einkommensteuergesetz 20 %.

Dies ist der richtige Ausgangspunkt für eine gewöhnliche ehf. – nicht ein früherer vorübergehender Steuersatz oder ein Satz, der für eine andere Rechtsform gilt.

Schweiz: Steuern auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene

Schweizer Gesellschaften bezahlen direkte Bundessteuer sowie kantonale und kommunale Gewinnsteuern. Der gesetzliche Bundessteuersatz beträgt 8,5 % des Reingewinns nach Steuern, wobei Gewinnsteuern steuerlich abzugsfähig sind.

Für eine ordentlich besteuerte Gesellschaft in Wollerau ergibt sich für 2026 illustrativ eine kombinierte effektive Gewinnsteuerbelastung von ungefähr 11,60 % des Gewinns vor Steuern.

Die Berechnung verwendet den Schwyzer Gewinnsteuersatz und die anwendbaren lokalen Steuerfüsse. Nicht berücksichtigt sind die Auswirkungen von Kapital- oder Mindeststeuern, individuellen Anpassungen sowie Regeln für grosse multinationale Unternehmensgruppen.

Der Vergleich der Schweizer Unternehmenssteuern nach Kantonen und Gemeinden erläutert die Berechnungsmethode und die Standortunterschiede.

Islands Regeln für kontrollierte ausländische Gesellschaften separat prüfen

Die isländischen Regeln für kontrollierte ausländische Gesellschaften – sogenannte CFC-Regeln – können nicht ausgeschüttete Gewinne ausländischer Gesellschaften isländischen Steuerpflichtigen zurechnen.

Die Prüfung berücksichtigt eine zusammengerechnete isländische Beteiligung von mindestens 50 % oder eine entsprechende Kontrolle sowie ein Niedrigsteuerkriterium. Dabei wird die ausländische Ertragssteuer mit zwei Dritteln der Steuer verglichen, die nach isländischen Regeln angefallen wäre. Es handelt sich nicht lediglich um einen Vergleich beworbener Steuersätze.

Wichtig ist, dass die Ausnahme für tatsächliche Geschäftstätigkeit ausdrücklich die EFTA ebenso wie den EWR erfasst. Die Schweiz ist daher nicht allein deshalb ausgeschlossen, weil sie nicht dem EWR angehört.

Die Ausnahme setzt jedoch eine echte wirtschaftliche Tätigkeit und den Zugang zu den erforderlichen Informationen voraus. Die EFTA-Mitgliedschaft allein befreit nicht jede Gesellschaft von diesen Regeln.

Die CFC-Informationen der isländischen Steuerbehörde sollten geprüft werden, bevor ein in Island ansässiger Eigentümer einbehaltene Schweizer Gewinne als abschliessendes steuerliches Ergebnis betrachtet.

Das Steuerabkommen: Unternehmensbeteiligungen und private Beteiligungen unterscheiden

Das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Island trat am 6. November 2015 in Kraft.

Seine Dividendenregelung sieht einen allgemeinen Quellensteuerhöchstsatz von 15 % vor. Für qualifizierende Unternehmensbeteiligungen von mindestens 10 % ist unter den anwendbaren Voraussetzungen eine Befreiung im Quellenstaat vorgesehen. Die offizielle Übersicht zur Abkommensentlastung erläutert diese Unterscheidung.

Eine qualifizierende Gesellschaft als Aktionärin und eine natürliche Person als Aktionär werden deshalb nicht zwingend gleich behandelt.

Schweizer Dividenden unterliegen grundsätzlich zunächst der 35%igen Verrechnungssteuer vor einer möglichen Entlastung, wie die Eidgenössische Steuerverwaltung erläutert. Ansässigkeit, wirtschaftliche Berechtigung, Missbrauchsbestimmungen und die richtigen Verfahren müssen berücksichtigt werden.

Die aussagekräftige Berechnung folgt dem Geld durch Unternehmenssteuer, Ausschüttung, Quellensteuer und Besteuerung beim Empfänger. Ein Abkommensvorteil ist keine allgemeine Steuerbefreiung für das Unternehmen selbst.

Mehrwertsteuer separat berechnen

Der reguläre Mehrwertsteuersatz in Island beträgt 24 %, mit einem reduzierten Satz von 11 % für qualifizierende Leistungen. Der reguläre Schweizer Satz beträgt 8,1 %.

Die isländischen Steuersätze und die Schweizer Mehrwertsteuerregeln müssen auf die tatsächlichen Waren oder Dienstleistungen und den Leistungsort angewendet werden – nicht lediglich auf die Adresse des Rechnungsausstellers.

Schweizer Banking: Ein EFTA-Pass ist keine Zusage für ein Bankkonto

Eine Gesellschaft mit isländischen Eigentümern kann Schweizer Bankdienstleistungen beantragen. Die Annahme bleibt jedoch eine Entscheidung der Bank.

Banken müssen Kunden, wirtschaftlich Berechtigte, Herkunft des Vermögens, Herkunft der Mittel und geplante Transaktionen im Rahmen der Schweizer Geldwäschereibekämpfung verstehen.

Wenn ein Gründer seine Gesellschaft aus angesparten Gewinnen oder einem Unternehmensverkauf finanziert, können Jahresabschlüsse, Eigentumsnachweise, der Kaufvertrag und eine nachvollziehbare Dokumentation der Bankbewegungen hilfreich sein. Die Unterlagen sollten erklären, wie die Mittel in das Eigentum des Antragstellers gelangt sind.

Der Antrag auf ein Geschäftskonto sollte ausserdem Kunden, Lieferanten, Währungen und erwartete Zahlungen beschreiben. Wenn Einnahmen in ISK erzielt werden, während Ausgaben in CHF oder EUR anfallen, ist eine realistische Liquiditätsplanung erforderlich. Ein Mehrwährungskonto beseitigt das zugrunde liegende Wechselkursrisiko nicht.

Ein Kapitaleinzahlungskonto, ein operatives Geschäftskonto und ein privates Anlagekonto erfüllen unterschiedliche Funktionen. Die Übersicht zu Schweizer Bankkonten erläutert diese Unterscheidung.

Dokumentvorbereitung und Bankkommunikation sind professionelle Dienstleistungen. Sie können die Entscheidung der Bank nicht garantieren.

Wirtschaftlich Berechtigte: eine separate Meldepflicht

Das Schweizer Transparenzregister TranspaReg nahm am 1. Oktober 2026 seinen Betrieb auf. Meldepflichtige Rechtsträger müssen ihre wirtschaftlich Berechtigten innerhalb der geltenden Fristen identifizieren und melden. Das Startdatum ist keine einheitliche Meldefrist.

Das Register ist nicht öffentlich. Berechtigte Stellen können jedoch nach den anwendbaren Regeln auf die Informationen zugreifen. Die offiziellen Fragen und Antworten erläutern den Rahmen.

Alpine Capital kann bei der korrekten Identifikation wirtschaftlich Berechtigter, der Dokumentation von Eigentumsketten und der Registrierung über die Unterstützung zum Schweizer Transparenzregister helfen.

Persönliche Besteuerung: Der Wegzug aus Island verdient ebenso viel Aufmerksamkeit wie die Ankunft

Isländische Besteuerung von Arbeits- und Kapitalerträgen

Die für 2026 veröffentlichten isländischen Lohnsteuerabzugsstufen betragen 31,49 %, 37,99 % und 46,29 %. Dabei handelt es sich um marginale Abzugssätze, nicht um einen einheitlichen effektiven Steuersatz auf das gesamte Einkommen. Persönliche Steuergutschriften beeinflussen die Berechnung.

Der veröffentlichte Steuersatz auf Kapitaleinkünfte natürlicher Personen beträgt 22 %, wobei Freibeträge und einkunftsbezogene Sonderregeln zu berücksichtigen sind. Die offiziellen Steuersätze für 2026 unterscheiden diese Kategorien.

Der Wegzug aus Island klärt nicht automatisch jede Ansässigkeitsfrage

Das isländische Recht enthält eine Regel zur fortbestehenden Steuerpflicht nach einem Wegzug. Diese kann für drei Jahre ab Beginn des auf den Wegzug folgenden Jahres gelten, sofern die Person nicht nachweist, dass sie in einem anderen Land auf der massgebenden Grundlage für dort Ansässige besteuert wird und die entsprechenden Verpflichtungen erfüllt.

Die isländischen Informationen zur steuerlichen Ansässigkeit weisen auch auf die Bedeutung von Doppelbesteuerungsabkommen hin.

Das bedeutet nicht, dass jeder Auswanderer drei Jahre lang sämtliche Steuern doppelt bezahlen muss. Es bedeutet, dass Wegzugsnachweise, ausländische Steueransässigkeit und die Behandlung nach dem Steuerabkommen gezielt geklärt werden sollten.

Schweiz: Einkommen und Vermögen sind relevant

Die ordentliche Schweizer Besteuerung kombiniert Einkommensteuern auf Bundes-, Kantons- und Gemeindeebene mit kantonalen und kommunalen Vermögenssteuern.

Ein Unternehmer, der seinen Wohnsitz verlegt, sollte deshalb sowohl Einkünfte als auch Vermögenswerte prüfen, einschliesslich privat gehaltener Unternehmensanteile. Ein Unternehmen, das nur geringe Gewinne ausschüttet, kann dennoch Bewertungs- und Deklarationsfragen aufwerfen.

Private Kapitalgewinne auf beweglichem Privatvermögen, beispielsweise privat gehaltenen Wertschriften, sind grundsätzlich steuerfrei. Für gewerbsmässigen Wertschriftenhandel und Geschäftsvermögen gelten andere Regeln. Dividenden sind nicht automatisch steuerfrei.

Der Leitfaden zum Schweizer Steuersystem erläutert den Rahmen. Gehalt, Dividenden, Investments, Pensionen, familiäre Umstände und ausländische Vermögenswerte sollten gemeinsam betrachtet werden, statt sie auf einen einzigen «Schweizer persönlichen Steuersatz» zu reduzieren.

Könnte die Schweizer Pauschalbesteuerung relevant sein?

Grundsätzlich kann sie für einen qualifizierenden isländischen Staatsangehörigen relevant sein, der tatsächlich in die Schweiz zieht und hier keiner Erwerbstätigkeit nachgeht.

Die Besteuerung nach dem Aufwand, auch Pauschalbesteuerung genannt, ist ein gesetzlich geregeltes Steuerregime. Sie basiert auf dem Lebensaufwand und gesetzlichen Berechnungsgrundlagen statt auf der ordentlichen Ermittlung des weltweiten Einkommens und Vermögens.

Grundsätzlich erforderlich sind das Fehlen der Schweizer Staatsangehörigkeit, die erstmalige Begründung eines Schweizer Steuerwohnsitzes oder eine Rückkehr nach mindestens zehn Jahren Abwesenheit sowie der Verzicht auf eine Erwerbstätigkeit in der Schweiz. Bei gemeinsamer Veranlagung müssen beide Ehegatten die massgebenden Voraussetzungen erfüllen.

Der Kanton Schwyz hat das Regime beibehalten, während der Kanton Zürich es abgeschafft hat. Die Erläuterungen des Bundes beschreiben diese Unterschiede.

Die Berechnung berücksichtigt den weltweiten Lebensaufwand und gesetzliche Mindestbemessungsgrundlagen. Bei Personen mit eigenem Haushalt gehört dazu mindestens das Siebenfache der Jahresmiete oder des Eigenmietwerts. Zusätzlich gelten bundesrechtliche und kantonale Mindestbeträge, Vermögenssteueranforderungen und Kontrollrechnungen. Es werden ordentliche Steuersätze angewendet; es handelt sich nicht einfach um eine ausgehandelte jährliche Pauschale.

Die Informationen des Kantons Schwyz erläutern die kantonale Berechnung, einschliesslich der Behandlung ausländischer Einkünfte, für die Abkommensentlastungen beansprucht werden.

Für einen isländischen Unternehmer ist passives Eigentum von der täglichen Geschäftsführung aus einem Schweizer Wohnhaus zu unterscheiden. Eine Vergütung aus dem Ausland macht eine in der Schweiz ausgeübte Tätigkeit nicht automatisch zu einer Tätigkeit ausserhalb des Landes.

Die Voraussetzungen für einen EFTA-Aufenthalt, die Schweizer steuerliche Qualifikation und die isländische Wegzugssituation erfordern aufeinander abgestimmte, aber getrennte Prüfungen. Der Leitfaden zu Firmengründung und Relocation bietet weiteren Kontext.

Wollerau: einen passenden Arbeitsstandort wählen

Ein isländischer Unternehmer benötigt in der Schweiz möglicherweise einen Ort für regelmässige Kundentermine, ein eigenes Managementbüro oder Räumlichkeiten für lokale Mitarbeitende.

Eine Domiziladresse, ein gemeinschaftlich genutzter Arbeitsplatz und ein separates Büro erfüllen unterschiedliche Bedürfnisse. Die Büro- und Meetingmöglichkeiten in Wollerau bieten verschiedene Optionen in der Zürichseeregion.

Wählen Sie die Räumlichkeiten entsprechend der geplanten Arbeit. Ein Büro sollte das Managementmodell unterstützen, nicht ersetzen.

Gewerbeimmobilien und persönlicher Wohnsitz sind unterschiedliche Fragen

Ausländische Nichtresidenten können grundsätzlich qualifizierende Schweizer Gewerbeimmobilien erwerben, vorbehaltlich der Lex Koller und der tatsächlichen Nutzung. Wohnimmobilien zu Anlagezwecken und gemischt genutzte Gebäude erfordern eine separate Prüfung.

Für isländische Staatsangehörige ist eine weitere Unterscheidung relevant: EU/EFTA-Staatsangehörige, die tatsächlich und rechtmässig in der Schweiz wohnen, gelten nach der Lex Koller grundsätzlich nicht als Personen im Ausland. Ein isländischer Pass allein begründet diese Stellung nicht, wenn der Wohnsitz weiterhin in Island liegt.

Die Informationen des Bundesamts für Justiz und der Artikel Können Ausländer Gewerbeimmobilien in der Schweiz kaufen? erläutern die unterschiedlichen Kategorien.

Drei Fehler, die vermieden werden sollten

Davon ausgehen, dass EFTA identische Marktregeln bedeutet

Die gemeinsame Mitgliedschaft ist hilfreich, macht die Schweiz aber nicht zu einem Teil des EWR. Prüfen Sie die Vorschriften für das konkrete Produkt, die Dienstleistung und die berufliche Tätigkeit, statt anzunehmen, dass eine isländische Regelung unverändert übertragbar ist.

Einbehaltene Schweizer Gewinne als abschliessendes Steuerergebnis betrachten

Die Besteuerung der Gesellschaft ist nur eine Stufe. Die Situation des Eigentümers, die Regeln für ausländische Gesellschaften und spätere Ausschüttungen benötigen eine eigene Analyse. Vergleichen Sie die gesamte Struktur, nicht lediglich zwei Unternehmenssteuersätze.

Eine Schweizer Adresse als Abschluss des isländischen Wegzugsprozesses behandeln

Umzugsdatum, Anmeldung bei der Gemeinde und steuerliche Ansässigkeitsprüfung erfüllen unterschiedliche Zwecke. Die Dokumentation sollte damit übereinstimmen, wo die Person tatsächlich lebt, arbeitet und relevante Bindungen unterhält.

Praktische Fragen isländischer Unternehmer

Kann meine isländische ehf. Eigentümerin der Schweizer Tochtergesellschaft sein?

Grundsätzlich ja. Eine ausländische juristische Person kann Anteile an einer Schweizer AG oder GmbH halten. Registrierung, zeichnungsberechtigte Vertreter, Eigentumskette und wirtschaftlich Berechtigte müssen dokumentiert werden. Ob eine Beteiligung über eine Gesellschaft oder als Privatperson sinnvoller ist, hängt von Besteuerung, Finanzierung, Governance und Nachfolgeplanung ab – nicht lediglich davon, wie einfach die Gründung ist.

Muss ich eine Gesellschaft gründen, um eine Schweizer Aufenthaltsbewilligung zu erhalten?

Nicht zwingend. Qualifizierende isländische Staatsangehörige können den EU/EFTA-Aufenthaltsweg ohne Erwerbstätigkeit nutzen, wenn sie über ausreichende Mittel und Versicherungsschutz verfügen. Die Gründung einer Gesellschaft ohne wirtschaftlichen Zweck ist kein notwendiger vorbereitender Schritt.

Kann ich meine isländische Gesellschaft nach dem Umzug behalten?

Das Eigentum kann fortbestehen, doch die Führungsstruktur sollte überprüft werden. Aktionär zu bleiben und die tägliche Geschäftsführung persönlich aus der Schweiz auszuüben, sind unterschiedliche Situationen. Letzteres muss hinsichtlich Unternehmensbesteuerung, Lohnabrechnung und Vereinbarkeit mit dem geplanten persönlichen Steuerregime beurteilt werden.

Kann die Gründung aus der Ferne organisiert werden?

Einige Schritte können über ordnungsgemäss ausgestellte Vollmachten und beglaubigte Unterlagen organisiert werden. Die Anforderungen von Notar, Handelsregister und Bank müssen separat geprüft werden, einschliesslich Identifikation und Übersetzungen. Es sollte nicht vorausgesetzt werden, dass jeder Schritt vollständig aus der Ferne möglich ist.

Ist der Kauf einer bestehenden Schweizer Gesellschaft besser als eine Neugründung?

Der Erwerb eines operativen Unternehmens kann konkrete Fähigkeiten erschliessen, wie das Beispiel Alvotech zeigt. Eine Gesellschaft, die hauptsächlich wegen ihrer Registrierungshistorie gekauft wird, ist ein anderes Angebot. Verbindlichkeiten, Verträge, Eigentümerwechsel und die erneute bankseitige Beurteilung sollten anhand des Leitfadens zum Erwerb einer bestehenden Schweizer Gesellschaft geprüft werden.

Welche Informationen werden für ein erstes Angebot benötigt?

Hilfreich sind ein Organigramm der Eigentümerstruktur, eine kurze Geschäftsbeschreibung, die beteiligten Länder und Gegenparteien, erwartete Umsätze und Zahlungen, die Kapitalherkunft sowie mögliche Umzugspläne. So können Firmengründung, Banking und laufende Dienstleistungen auf derselben Tatsachengrundlage geplant werden.

Fazit

Die isländisch-schweizerische Geschäftspraxis zeigt bereits verschiedene tragfähige Ansätze: lokale Marktpräsenz, den Erwerb spezialisierter Fähigkeiten und die Zusammenarbeit zwischen sich ergänzenden Technologien.

Die richtige Struktur hängt davon ab, welche Funktion der Unternehmer organisieren möchte.

Alpine Capital kann die Schweizer Firmengründung, Vertretung, Geschäftsräume und Vorbereitung des Bankprozesses koordinieren und dabei mit isländischen Beratern zusammenarbeiten, die die Situation im Herkunftsland betreuen.

Die EFTA schafft eine hilfreiche gemeinsame Grundlage. Ein klar definierter wirtschaftlicher Zweck sowie eine abgestimmte Steuer- und Aufenthaltsanalyse machen den Aufbau der Schweizer Struktur sinnvoll.

Stand der zugrunde liegenden Informationen: 8. Oktober 2026. Dieser Leitfaden dient der allgemeinen Information und ersetzt keine individuelle rechtliche, steuerliche, bankfachliche oder migrationsrechtliche Beratung.

Quellen und weiterführende Informationen

Diese Einordnung dient der allgemeinen Orientierung und ersetzt keine individuelle rechtliche, steuerliche oder finanzielle Beratung.

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