Was passiert derzeit bei UBS? Die Fakten zur Kapitaldebatte, zum Schweizer Einlegerschutz und zu Ihren Möglichkeiten, die Bank zu wechseln oder ein zusätzliches Bankkonto zu eröffnen.

Wenn die eigene Bank Schlagzeilen macht, ist es plötzlich nicht mehr nur eine Finanznachricht.
Es geht um Ihre Ersparnisse. Die Liquidität Ihres Unternehmens. Ihr Anlageportfolio.
„Ist mein Geld bei UBS sicher?“ ist deshalb eine nachvollziehbare Frage. Bevor Sie jedoch entscheiden, ob Sie bei UBS bleiben, die Bank wechseln oder ein zusätzliches Konto eröffnen, lohnt es sich, zwischen Schlagzeilen und den tatsächlich bekannten Fakten zu unterscheiden.
Stand der Informationen: 28. September 2026.
Was passiert derzeit bei UBS – und warum ist die Bank in den Schlagzeilen?
Am 23. September 2026 unterstützte der Schweizer Ständerat einen Vorschlag, wonach Beteiligungen der Schweizer Mutterbank an ausländischen Tochtergesellschaften zu 90 % mit hartem Kernkapital unterlegt werden sollen.
Das parlamentarische Verfahren läuft weiter. Die Regelung ist noch kein endgültig verabschiedetes Gesetz. [1]
Der Bundesrat hatte ursprünglich eine Unterlegung von 100 % vorgeschlagen. FINMA unterstützt grundsätzlich eine stärkere Kapitalunterlegung. Ziel ist es, Schwachstellen zu adressieren, die während der Credit-Suisse-Krise sichtbar wurden, und Risiken für den Staat beziehungsweise die Steuerzahler zu reduzieren.
UBS wiederum hält die vorgeschlagenen Anforderungen für übermässig. [1, 2]
Hat UBS 33 Milliarden US-Dollar verloren?
Nein.
Die rund USD 33 Milliarden, auf die sich UBS in ihrer Mitteilung vom 23. September bezieht, sind keine gemeldeten Verluste.
Es handelt sich um die von UBS geschätzten zusätzlichen Kapitalanforderungen seit der Übernahme der Credit Suisse.
Nach Angaben von UBS setzt sich diese Summe ungefähr zusammen aus:
- USD 16 Milliarden im Zusammenhang mit der vorgeschlagenen Regelung für ausländische Tochtergesellschaften;
- USD 2 Milliarden aufgrund weiterer regulatorischer Änderungen;
- USD 15 Milliarden aufgrund bereits bestehender Anforderungen.
Die USD 33 Milliarden sind somit weder ein Verlust noch vollständig eine neue zusätzliche Kapitalanforderung. Zudem ist ein Teil der diskutierten Regulierung noch nicht endgültig beschlossen. [1]
Ist UBS in Schwierigkeiten – und ist mein Geld gefährdet?
Die aktuelle Kapitaldebatte bedeutet nicht, dass UBS gemeldet hätte, ihre Verpflichtungen gegenüber Kunden nicht erfüllen zu können.
Für das zweite Quartal 2026 meldete UBS einen Nettogewinn von USD 2,8 Milliarden sowie eine CET1-Kapitalquote des Konzerns von 14,4 %.
UBS teilte zudem mit, dass die Integration der Credit Suisse weiterhin planmässig verlaufe und bis Ende des Jahres im Wesentlichen abgeschlossen werden solle. [3]
Diese Zahlen sind selbstverständlich keine Garantie für die zukünftige Entwicklung einer Bank.
Umgekehrt bedeutet eine Diskussion über strengere Kapitalanforderungen aber auch nicht automatisch, dass Kundengelder unmittelbar gefährdet sind.
Für Kunden ist deshalb eine andere Frage entscheidender: Wie wird mein Vermögen tatsächlich gehalten und welcher Schutz gilt dafür?
Wie viel Geld auf einem UBS-Konto ist geschützt?
Bargeldguthaben und Wertschriften in einem Depot werden rechtlich unterschiedlich behandelt.
- Qualifizierte Einlagen bei Schweizer Geschäftsstellen sind im Rahmen des Schweizer Einlegerschutzes grundsätzlich bis CHF 100'000 pro Kunde und Bank geschützt – nicht pro Konto. Für Beträge oberhalb dieser Grenze gilt nicht derselbe privilegierte Schutz. [4]
- Wertschriften im Kundendepot, beispielsweise Aktien oder Fondsanteile, gehören grundsätzlich dem Kunden und werden im Konkursfall von der Konkursmasse der Bank ausgesondert und dem Kunden zurückgegeben. Dies schützt das Eigentum an den Wertschriften, nicht jedoch deren Marktwert. [4]
Entscheidend ist zudem, bei welcher rechtlichen Gesellschaft und in welchem Land Ihr Konto geführt wird.
Es sollte daher nicht automatisch davon ausgegangen werden, dass die Schweizer Regeln für jedes UBS-Konto weltweit gelten.
Sollte ich mein Geld von UBS abziehen?
Diese Frage lässt sich allein aufgrund der aktuellen Schlagzeilen nicht beantworten.
Sinnvoll ist vielmehr, die eigene Bankstruktur zu überprüfen:
- Wie viel Liquidität liegt über den geltenden Einlagenschutzgrenzen?
- Wie schnell benötigen Sie Zugriff auf diese Gelder?
- Welche Vermögenswerte befinden sich in einem Depot?
- Bei welcher rechtlichen Bankeinheit werden Ihre Konten geführt?
- Verfügen Sie über eine zweite Bankverbindung, falls Ihre Hauptbank vorübergehend nicht verfügbar ist?
Eine zusätzliche Bankverbindung kann ebenfalls geprüft werden. Das bedeutet nicht zwingend, dass ein bestehendes UBS-Konto geschlossen werden muss.
Ziel sollte eine Bankstruktur sein, die zu Ihren persönlichen oder geschäftlichen Anforderungen passt – und keine kurzfristige Entscheidung aufgrund einer einzelnen Schlagzeile.
Möchten Sie die Bank in der Schweiz wechseln?
Wenn Sie aufgrund der aktuellen UBS-Diskussion Ihre Bankstruktur überprüfen, eine Alternative zu UBS suchen oder zusätzlich ein zweites Schweizer Bankkonto eröffnen möchten, kann Alpine Capital Sie bei diesem Prozess unterstützen.
Unsere Spezialisten unterstützen Privatkunden, Unternehmer und Unternehmen bei der Eröffnung von Schweizer Bankkonten und der Koordination mit Banken.
Wir unterstützen unter anderem bei:
- der Analyse Ihrer Anforderungen;
- der Auswahl geeigneter Schweizer Bankoptionen;
- der Vorbereitung der erforderlichen Unterlagen;
- der Strukturierung des Bankdossiers;
- der Kommunikation und Koordination mit der ausgewählten Bank.
Ein Bankwechsel muss dabei nicht zwingend bedeuten, dass die bestehende Bankverbindung geschlossen wird. Je nach Situation kann auch eine zusätzliche Bankbeziehung sinnvoll sein.
Teilen Sie uns mit, ob Sie ein Privat- oder Geschäftskonto benötigen, in welchem Land Sie wohnen und was Sie an Ihrer bestehenden Bankstruktur ändern möchten.
Die Kontoeröffnung unterliegt in jedem Fall der individuellen Prüfung und Genehmigung durch die jeweilige Bank.
Allgemeine Information, keine individuelle Anlage-, Rechts- oder Bankberatung.
