Praxisleitfaden für Unternehmer aus Israel zur Firmengründung in der Schweiz: GmbH und AG, Schweizer Wohnsitzvertretung, Bankkonto, Steuern, MWST, geistiges Eigentum und internationale Expansion

Israel hat eines der internationalsten unternehmerischen Ökosysteme der Welt aufgebaut – insbesondere in den Bereichen Technologie, Cybersecurity, Fintech, Medizintechnik, Pharma und Venture-Capital-finanzierte Unternehmen.
Für viele israelische Unternehmer ist die Expansion ins Ausland daher kein aussergewöhnlicher Schritt, sondern ein natürlicher Bestandteil der Unternehmensentwicklung.
Die Schweiz kann in dieser Phase eine logische Plattform für den nächsten internationalen Wachstumsschritt darstellen, insbesondere wenn ein Unternehmen Folgendes benötigt:
- europäische und internationale Kundenverträge
- internationalen Handel
- Bank- und Finanzierungsbeziehungen
- Zusammenarbeit mit Investoren
- Holding- oder Gruppenstrukturen
- Unternehmenskäufe und M&A
- Joint Ventures
- Marken- und IP-Strukturen
- europäische Managementfunktionen
- Personal in der Schweiz
- Präsenz im Schweizer und europäischen Markt
Eine natürliche oder juristische Person aus Israel kann grundsätzlich 100% einer Schweizer GmbH oder AG halten.
Ein Schweizer Mitgesellschafter oder Aktionär ist dafür nicht erforderlich.
Die Schweizer GmbH oder AG muss jedoch durch mindestens eine entsprechend zeichnungsberechtigte Person mit Wohnsitz in der Schweiz vertreten werden können.
Offizielle Schweizer Informationen bestätigen, dass zwischen der Schweiz und Israel eine ausgeprägte wirtschaftliche, wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit besteht – unter anderem in den Bereichen Fintech, Cybersecurity und Medtech. Israel gehört zudem zu den bedeutenden Handelspartnern der Schweiz in der MENA-Region.
Israelische und Schweizer Gesellschaftsformen im Vergleich
Zwischen dem israelischen und dem schweizerischen Gesellschaftsrecht gibt es keine vollkommen identischen Rechtsformen.
Aus unternehmerischer Sicht lassen sich die wichtigsten Strukturen jedoch sinnvoll miteinander vergleichen.
Israeli Private Company Ltd. und Schweizer GmbH
Die israelische Private Company Ltd. – חברה בע"מ – ist die typische Gesellschaftsform für zahlreiche Start-ups, Technologieunternehmen, Beratungsunternehmen und privat gehaltene operative Firmen in Israel.
Für ein kleineres oder inhabergeführtes Unternehmen lässt sie sich funktional häufig mit einer Schweizer GmbH vergleichen.
Rechtlich handelt es sich jedoch nicht um dieselbe Struktur.
Eine Israeli Private Company Ltd. ist eine aktienbasierte Gesellschaft, während die Schweizer GmbH auf Stammanteilen basiert.
Israeli Private Company Ltd.
- private Gesellschaft mit beschränkter Haftung
- ein oder mehrere Aktionäre
- aktienbasierte Eigentümerstruktur
- kein allgemeines Mindestkapital, das direkt mit den CHF 20'000 einer Schweizer GmbH vergleichbar wäre
- häufig genutzt für Start-ups, Technologieunternehmen, Beratung, Dienstleistungen und privat gehaltene operative Unternehmen
- Registrierung über die Israeli Corporations Authority
- gesellschaftsrechtlich insbesondere durch den israelischen Companies Law geregelt
Die Israeli Corporations Authority stellt das offizielle Registrierungsverfahren und die entsprechenden Unternehmensunterlagen bereit.
Israeli Corporations Authority – Company Registration
Schweizer GmbH
- Gesellschaft mit beschränkter Haftung
- ein oder mehrere Gesellschafter
- Gesellschafter können natürliche oder juristische Personen sein
- 100% ausländisches Eigentum ist möglich
- Mindeststammkapital von CHF 20'000
- das Stammkapital muss bei der Gründung vollständig einbezahlt sein
- die Gesellschafter werden im Schweizer Handelsregister eingetragen
- mindestens eine vertretungsberechtigte Person mit Wohnsitz in der Schweiz ist erforderlich
- häufig genutzt für inhabergeführte Unternehmen, Technologie, Beratung, professionelle Dienstleistungen, Handel und internationale KMU
Swiss SME Portal – Schweizer GmbH
Für einen Unternehmer, der eine kompakte und operative Schweizer Gesellschaft aufbauen möchte, ist die GmbH häufig die naheliegendste Struktur.
Sie kann insbesondere sinnvoll sein, wenn:
- das Eigentum bei einem oder wenigen aktiven Unternehmern verbleibt
- externe Investoren zunächst keine zentrale Rolle spielen
- die Gesellschaft tatsächliche operative Funktionen übernehmen soll
- CHF 20'000 Stammkapital zum Geschäftsmodell passen
- die öffentliche Eintragung der Gesellschafter akzeptabel ist
Israelische aktienbasierte Gesellschaften und Schweizer AG
Wenn ein Unternehmen auf eine grössere Struktur, Investoren, internationalen Handel oder spätere Eigentümerwechsel ausgerichtet ist, kann eine Schweizer AG geeigneter sein.
Wichtig ist dabei:
Eine Schweizer AG muss weder börsenkotiert noch öffentlich gehandelt werden.
Viele Schweizer AGs befinden sich vollständig im privaten Eigentum eines Unternehmers, einer Familie, einer Holdinggesellschaft oder eines begrenzten Investorenkreises.
Schweizer AG
- Aktiengesellschaft
- ein oder mehrere Aktionäre
- Aktionäre können natürliche oder juristische Personen sein
- 100% ausländisches Eigentum ist möglich
- Aktienkapital von CHF 100'000
- bei der Gründung müssen grundsätzlich mindestens CHF 50'000 einbezahlt werden
- Aktionäre einer privat gehaltenen AG erscheinen grundsätzlich nicht als Aktionäre im öffentlichen Handelsregister
- mindestens eine entsprechend zeichnungsberechtigte Person mit Wohnsitz in der Schweiz ist erforderlich
- häufig genutzt für grössere Unternehmen, Investorenstrukturen, Holdings, internationalen Handel, Unternehmenskäufe, Joint Ventures und internationale Unternehmensgruppen
Swiss SME Portal – Schweizer AG
Eine Schweizer AG kann insbesondere interessant sein, wenn ein Unternehmen Folgendes plant:
- professionelle oder institutionelle Investoren
- mehrere Aktionäre
- spätere Veränderungen der Eigentümerstruktur
- internationalen Handel
- Unternehmenskäufe oder M&A
- Joint Ventures
- internationale Finanzierung
- eine Holdingfunktion
- einen späteren teilweisen oder vollständigen Exit
- internationale Marken- oder IP-Aktivitäten
Die Wahl der Rechtsform sollte sich daher nach Geschäftsmodell, Governance, Eigentümerstruktur und Finanzierungsstrategie richten – und nicht allein nach dem Prestige einer AG.
Können Unternehmer aus Israel 100% einer Schweizer Gesellschaft halten?
Ja.
Eine Schweizer Gesellschaft kann direkt von einer israelischen Privatperson oder von einer israelischen Gesellschaft gehalten werden.
Ein Schweizer Mitaktionär oder Mitgesellschafter ist nicht erforderlich.
Eigentum und Schweizer Wohnsitzvertretung sind zwei getrennte rechtliche Themen.
Bei der Wahl der Eigentümerstruktur sollten vor der Gründung insbesondere folgende Punkte berücksichtigt werden:
- bestehendes israelisches Unternehmen
- zukünftige Investoren
- Gruppenstruktur
- geplante Geschäftsbeziehungen
- Finanzierung
- Corporate Governance
- geistiges Eigentum
- Rechnungslegung
- Steuerwohnsitz
- spätere Transaktionen oder Exit-Szenarien
Es gibt keine universelle Struktur, die für jedes Unternehmen gleichermassen geeignet ist.
Ein Technologie-Start-up, ein Handelsunternehmen, ein Investmentgeschäft und eine etablierte internationale Unternehmensgruppe können völlig unterschiedliche Lösungen benötigen.
Schweizer Wohnsitzvertretung: mehr als eine Formalität
Eine Schweizer GmbH oder AG muss durch mindestens eine entsprechend bevollmächtigte Person mit Wohnsitz in der Schweiz vertreten werden können.
Für internationale Unternehmer wird dies manchmal lediglich als formelle Handelsregisteranforderung betrachtet.
In der Praxis kann die Rolle deutlich bedeutender sein.
Eine Schweizer Vertretung kann unter anderem eingebunden sein in:
- Corporate Governance
- Verwaltungsratsentscheidungen
- Gesellschafter- oder Aktionärsentscheidungen
- Kommunikation mit Banken
- wesentliche Vertragsabschlüsse
- Finanzberichterstattung
- Zusammenarbeit mit Buchhaltung und Revision
- Investitions- und Finanzierungsentscheidungen
- Compliance und Risikomanagement
- Kommunikation mit Schweizer Behörden
- Personal- und operative Fragen in der Schweiz
Die Person sollte deshalb nach Möglichkeit entsprechend der tatsächlichen Geschäftstätigkeit ausgewählt werden.
Ein Cybersecurity-Unternehmen, ein internationaler Händler, ein Fintech-Unternehmen, ein Pharmaunternehmen oder ein Vermögensverwalter können sehr unterschiedliche professionelle Profile benötigen.
Spezialisten und Management in der Schweiz
Je nach Geschäftsmodell können zusätzlich Fachpersonen erforderlich sein, beispielsweise:
- Managing Director oder Geschäftsführer
- AML- oder Compliance Officer
- Finanzspezialist
- Fachperson für Asset Management
- internationaler Händler
- Rohstoff- oder Commodity-Spezialist
- Fintech- oder Payments-Spezialist
- Management im Bereich Cybersecurity oder Technologie
- Pharma- oder Regulatory-Spezialist
- Schweizer Verkaufs- oder Business-Development-Leitung
Für bestimmte regulierte Tätigkeiten können zusätzlich FINMA-Bewilligungen oder andere regulatorische Genehmigungen erforderlich sein.
Alpine Capital verfügt über eine kantonale Schweizer Bewilligung für private Arbeitsvermittlung innerhalb der Schweiz.
Dadurch können Gesellschaftsgründung, Schweizer Vertretung und die Suche nach geeignetem Management oder Fachpersonal in einem gemeinsamen Swiss-Market-Entry-Prozess koordiniert werden.
Warum die Schweiz für internationale Expansion interessant ist
Israelische Unternehmen werden häufig bereits in einer frühen Entwicklungsphase international.
Technologie und R&D können in Israel verbleiben, während Kunden, Investoren, Geschäftspartner und Vertriebsfunktionen auf mehrere Länder verteilt sind.
Die Schweiz kann besonders dort relevant werden, wo eine anerkannte europäische Unternehmens- und Betriebsplattform benötigt wird.
Mögliche Funktionen einer Schweizer Gesellschaft können sein:
- Vertrieb in der Schweiz und Europa
- internationale Kundenverträge
- internationaler Handel
- Investor Relations
- Gruppenfunktionen
- Unternehmenskäufe
- Bank- und Finanzierungsbeziehungen
- Management von geistigem Eigentum
- europäische Managementfunktionen
- regulierte Tätigkeiten
- lokales Fachpersonal
Für ein internationales Unternehmen ist die Schweiz somit nicht lediglich ein weiterer Gründungsstandort, sondern potenziell ein Bestandteil der gesamten internationalen Unternehmensarchitektur.
Zwischen der Schweiz und Israel besteht bereits eine etablierte Wirtschaftsstruktur
Die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Ländern beruhen auf mehreren formellen Abkommen und Institutionen.
Dazu gehören:
- das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Israel
- das Freihandelsabkommen zwischen EFTA und Israel
- automatischer Informationsaustausch über Finanzkonten
- wissenschaftliche und technologische Zusammenarbeit
- Zusammenarbeit zwischen Start-up-Ökosystemen
- Swiss-Israel Chamber of Commerce in Zürich
- Israel-Switzerland & Liechtenstein Chamber of Commerce
Die Schweizer Botschaft verweist ausdrücklich auf die Zusammenarbeit in Innovation und Technologie und veröffentlicht Informationen zu den bilateralen Wirtschaftsbeziehungen.
Schweizer Botschaft in Israel – Wirtschaftsbeziehungen
Nach offiziellen Angaben der Schweizer Vertretung leben rund 1'300 israelische Staatsangehörige in der Schweiz.
Dies ist von der jüdischen Gemeinschaft in der Schweiz zu unterscheiden, die wesentlich grösser ist und nicht über die israelische Staatsangehörigkeit definiert wird.
Eine seit Generationen etablierte jüdische Gemeinschaft in Zürich
Die Verbindung der Schweiz mit jüdischem Leben ist wesentlich älter als die modernen Wirtschaftsbeziehungen mit dem Staat Israel.
In Zürich besteht seit Generationen eine etablierte religiöse und gesellschaftliche jüdische Infrastruktur.
Orthodoxes jüdisches Leben ist besonders in Wiedikon sowie in angrenzenden Teilen von Enge und Wollishofen sichtbar.
Unterlagen der Universität Zürich beschreiben dort unter anderem:
- Synagogen
- Religionsgemeinschaften
- koschere Lebensmittelgeschäfte
- koschere Metzgereien und Bäckereien
- gesellschaftliche und wohltätige Organisationen
- eine entwickelte Alltagsinfrastruktur für religiös lebende jüdische Familien
Die Universität Zürich beschreibt Wiedikon als einen besonders sichtbaren Schwerpunkt des orthodoxen jüdischen Lebens in der Schweiz und erwähnt entsprechende Gemeinschaftsstrukturen auch in Teilen von Wollishofen und Enge.
Universität Zürich – jüdisches Leben in Wiedikon, Enge und Wollishofen
Dabei ist wichtig, Religion und Staatsangehörigkeit nicht gleichzusetzen.
Mitglieder der jüdischen Gemeinschaften in Zürich können Schweizer, israelische oder andere Staatsangehörigkeiten besitzen.
Für israelische Unternehmer und Familien – insbesondere wenn religiöse Infrastruktur im Alltag eine Rolle spielt – kann die etablierte jüdische Gemeinschaft dennoch ein zusätzlicher praktischer Vorteil des Grossraums Zürich gegenüber vielen anderen europäischen Wirtschaftsstandorten sein.
Israelische und israelisch gegründete Unternehmen mit realer Präsenz in der Schweiz
Mehrere weltweit bekannte Unternehmen israelischen Ursprungs sind bereits seit vielen Jahren über Schweizer Gesellschaften tätig.
Ihr Umfang ist selbstverständlich deutlich grösser als bei den meisten founder-led businesses.
Dennoch zeigen diese Beispiele, dass eine Schweizer Präsenz im Rahmen der internationalen Expansion israelisch gegründeter Unternehmen eine etablierte Praxis ist.
Check Point Software Technologies
Check Point Software Technologies wurde in Israel gegründet und entwickelte sich zu einem der bekanntesten Cybersecurity-Unternehmen der Welt.
Das Unternehmen unterhält ein offizielles Schweizer Büro in Spreitenbach.
Auf der offiziellen Check-Point-Website wird die Schweizer Niederlassung an der Industriestrasse 107, 8957 Spreitenbach, aufgeführt.
Check Point – offizieller Schweizer Standort
In der Schweiz ist das Unternehmen seit 2000 als Check Point Software Technologies (Switzerland) AG registriert.
Der öffentlich registrierte Gesellschaftszweck umfasst unter anderem:
- Computer- und Technologiedienstleistungen
- Software und Hardware
- Entwicklung
- Forschung
- Handel
- Urheberrechte
- Designrechte
- Patente
- Beteiligungen an anderen Gesellschaften
- bestimmte konzerninterne Finanzierungsaktivitäten
Es handelt sich somit nicht lediglich um ein Verkaufsbüro, sondern um eine Schweizer juristische Person mit registrierten Technologie-, Handels- und IP-Funktionen.
Check Point Software Technologies (Switzerland) AG – Unternehmensinformationen
Für Technologieunternehmer ist dies ein gutes öffentliches Beispiel dafür, wie ein in Israel gegründetes globales Technologieunternehmen über Jahrzehnte eine eigene Schweizer Corporate Presence aufgebaut und beibehalten hat.
Teva und Mepha in der Schweiz
Teva zählt zu den international bekanntesten Unternehmen israelischen Ursprungs in der Pharmaindustrie.
In der Schweiz ist die Gruppe über Teva Pharma AG und Mepha Pharma AG in Basel vertreten.
Die offizielle Mepha-Website weist darauf hin, dass Mepha seit 2011 zur internationalen Teva Group gehört.
Heute verfügen Mepha und Teva in der Schweiz unter anderem über:
- einen Unternehmenssitz in Basel
- rund 170 Arbeitsplätze
- ein gemeinsames Portfolio von mehr als 330 Produkten
- Generika
- Biosimilars
- verschreibungspflichtige Medikamente
- spezialisierte Arzneimittel
Mepha / Teva – Unternehmen in der Schweiz
Für Unternehmer aus Pharma, Life Sciences und Medtech ist dies ein anschauliches Beispiel für eine langfristige und bedeutende Schweizer Präsenz eines Unternehmens israelischen Ursprungs.
SodaStream
SodaStream ist ein weiteres international bekanntes Unternehmen mit israelischen Wurzeln.
Heute gehört das Unternehmen zur PepsiCo Group, unterhält in der Schweiz jedoch weiterhin eine eigene juristische Person: SodaStream (Switzerland) GmbH.
Die offiziellen Schweizer Unternehmensangaben nennen:
SodaStream (Switzerland) GmbH Bösch 67 6331 Hünenberg UID CHE-106.975.805
SodaStream – offizielles Schweizer Impressum
Dieses Beispiel zeigt ein anderes Modell: eine international etablierte Konsumentenmarke israelischen Ursprungs, die innerhalb einer globalen Gruppe weiterhin über eine eigene Schweizer operative Gesellschaft verfügt.
Eine globale Schweizer Unternehmergeschichte mit familiären Verbindungen zu Israel
Erwähnenswert ist auch die Geschichte von Rafaela Aponte-Diamant.
Sie ist kein direktes Beispiel für eine «israelische Gesellschaft in der Schweiz», weshalb eine präzise Einordnung wichtig ist.
Forbes führt Rafaela Aponte-Diamant als Schweizer Bürgerin mit Wohnsitz in Genf.
Gemeinsam mit ihrem Ehemann Gianluigi Aponte besitzt sie MSC – eine der grössten Transport- und Logistikgruppen der Welt.
Forbes – Rafaela Aponte-Diamant
Für diesen Beitrag besonders interessant ist ihre Familiengeschichte.
Forbes berichtet, dass Rafaela die Tochter eines israelischen Bankiers war, der in der Schweiz lebte.
Rafaela und Gianluigi Aponte begannen 1970 in Genf mit dem Aufbau von MSC.
Aus dem in Genf ansässigen Unternehmen entwickelte sich über die folgenden Jahrzehnte eine globale Gruppe mit Tätigkeiten in:
- Containerschifffahrt
- Hafeninfrastruktur
- Logistik
- Kreuzfahrten
- weiteren infrastrukturellen Geschäftsbereichen
Forbes – Rafaela Aponte-Diamant, Israel-Bezug und Aufbau von MSC aus Genf
Rafaela Aponte-Diamant ist heute Schweizer Bürgerin. Es wäre daher ungenau, sie einfach als «israelische Milliardärin mit Wohnsitz in der Schweiz» zu bezeichnen.
Ihre Geschichte ist aus einem anderen Grund relevant:
Sie zeigt, dass die Schweiz seit Jahrzehnten als stabile Basis für international orientierte Unternehmer unterschiedlichster Herkunft dient, von der aus globale Unternehmen aufgebaut werden können.
Israel und Wollerau: Unternehmenssteuer und Mehrwertsteuer
Die steuerlichen Rahmenbedingungen in Israel und der Schweiz unterscheiden sich deutlich.
Israel
- allgemeine Unternehmenssteuer: 23%
- Standard-Mehrwertsteuer: 18%
Die allgemeine israelische Corporate Income Tax beträgt 23%.
PwC Tax Summaries – Israel Corporate Tax
Der israelische Mehrwertsteuersatz wurde per 1. Januar 2025 von 17% auf 18% erhöht.
Wollerau, Kanton Schwyz
Die Schweizer Unternehmensbesteuerung setzt sich aus Bundes-, Kantons- und Gemeindesteuern zusammen.
Die offizielle Steuerverwaltung des Kantons Schwyz weist für die steuerlich attraktivsten Gemeinden des Kantons eine gesamte effektive Unternehmenssteuerbelastung von rund 11.78% inklusive direkter Bundessteuer aus.
Kanton Schwyz – Besteuerung juristischer Personen
Für Wollerau existiert zusätzlich eine konkrete offizielle Vergleichsrechnung für 2026.
Bei einem Gewinn vor Steuern von CHF 100'000 beträgt die gesamte Gewinnsteuer inklusive direkter Bundessteuer CHF 11'599.
Dies entspricht in diesem offiziellen Beispiel einer Belastung von rund 11.6% des Gewinns vor Steuern.
Bei CHF 1'000'000 Gewinn weist dieselbe kantonale Berechnung eine Steuer von CHF 115'994 aus.
Kanton Schwyz – offizieller Steuervergleich 2026 mit Wollerau
Die Werte 11.6% und 11.78% widersprechen sich daher nicht.
- 11.6% ergibt sich aus dem konkreten offiziellen Wollerau-Beispiel im Verhältnis zum Gewinn vor Steuern
- 11.78% ist die vom Kanton publizierte gesamte effektive Steuerbelastung in den steuerlich attraktivsten Gemeinden
Für eine allgemeine Unternehmensdarstellung kann die Steuerbelastung in Wollerau daher mit ungefähr 11.6–11.8% angegeben werden, abhängig von Berechnungsmethode und konkreter Unternehmenssituation.
Mehrwertsteuer in der Schweiz
Der Schweizer Standard-MWST-Satz beträgt 8.1%.
Swiss Federal Tax Administration – VAT Rates
Kurzvergleich
- Israel Corporate Tax: 23%
- Wollerau Unternehmenssteuer: ungefähr 11.6–11.8%
- Israel VAT: 18%
- Schweiz MWST: 8.1%
Der Unterschied ist erheblich und ein tatsächlicher Standortvorteil von Wollerau.
Für international tätige Unternehmen wird die Wahl der Schweiz jedoch üblicherweise nicht nur durch den Steuersatz bestimmt.
Weitere wichtige Faktoren sind:
- rechtliche und politische Stabilität
- internationale Reputation
- Schweizer Bankinfrastruktur
- Zugang zu europäischen Märkten
- Investoren
- internationaler Handel
- Corporate Governance
- Schutz geistigen Eigentums
- M&A
- professionelles Schweizer Management
- qualifiziertes Personal
Die Schweiz verbindet somit ein wettbewerbsfähiges steuerliches Umfeld mit der institutionellen und kommerziellen Infrastruktur eines internationalen Wirtschaftsstandorts.
Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Israel
Zwischen der Schweiz und Israel besteht ein Doppelbesteuerungsabkommen.
Es betrifft unter anderem:
- Unternehmensgewinne
- Betriebsstätten
- Dividenden
- Zinsen
- Lizenzgebühren
- Einkommen aus unselbständiger Tätigkeit
- Verwaltungsrats- und Direktorenvergütungen
- Zuweisung von Besteuerungsrechten
- Vermeidung beziehungsweise Entlastung von Doppelbesteuerung
Das Vorliegen des Abkommens ist wichtig, sollte jedoch nicht als standardisierte oder universelle Steuerformel verstanden werden.
Das konkrete Ergebnis hängt insbesondere ab von:
- Eigentümerstruktur
- Steuerwohnsitz
- wirtschaftlicher Berechtigung
- Ort der tatsächlichen Geschäftsleitung
- Art des Einkommens
- Funktionen der beteiligten Gesellschaften
- konkreter Transaktion
- anwendbaren Melde-, Anrechnungs- und Entlastungsverfahren
Wesentliche Dividenden, Finanzierungen, IP-Transaktionen und andere grenzüberschreitende Zahlungsströme sollten deshalb vor der Umsetzung individuell geprüft werden.
Swiss Federal Tax Administration – Switzerland–Israel Double Taxation Agreement
Grenzüberschreitende Management- und Steuerfragen
Für einen internationalen Unternehmer ist die Wahl zwischen Schweizer GmbH und AG nur ein Teil des Projekts.
Je nach Eigentümerstruktur und Geschäftstätigkeit können unter anderem relevant sein:
- Ort der tatsächlichen Geschäftsleitung
- steuerlicher Unternehmenswohnsitz
- Betriebsstätten
- Regeln zu kontrollierten ausländischen Gesellschaften
- Transfer Pricing
- konzerninterne Verträge
- geistiges Eigentum
- Vergütung von Geschäftsleitung und Mitarbeitern
- Schweizer und israelische Meldepflichten
Diese Themen hängen miteinander zusammen.
Eine Struktur, die für ein Cybersecurity-Unternehmen geeignet ist, kann für ein Handelsunternehmen, Finanzdienstleistungsunternehmen oder eine etablierte internationale Unternehmensgruppe völlig ungeeignet sein.
Vor der Gründung sollte deshalb geklärt werden:
- welche Funktionen tatsächlich in der Schweiz angesiedelt werden
- welche Funktionen in Israel verbleiben
- wo Managemententscheidungen getroffen werden
- welche Fachpersonen in der Schweiz benötigt werden
- wie das Bankprofil der Gesellschaft aussieht
- ob regulatorische Bewilligungen erforderlich sind
- welche grenzüberschreitenden Steuerfragen separat geprüft werden müssen
So wird die Struktur anhand des tatsächlichen Geschäftsmodells aufgebaut und nicht anhand eines standardisierten Musters.
Geistiges Eigentum und die Schweiz
Geistiges Eigentum ist insbesondere für israelische Technologie- und Innovationsunternehmen von Bedeutung.
Eine Schweizer Gesellschaft kann unter anderem Eigentümerin oder Verwalterin sein von:
- Marken
- Patenten
- Software-Rechten
- Brands
- Lizenzen
- weiteren IP-Rechten
Die Schweiz verfügt über ein etabliertes System zum Schutz geistigen Eigentums, das durch das Eidgenössische Institut für Geistiges Eigentum betreut wird.
Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum
Bei der Wahl einer IP-Struktur sind unter anderem folgende Fragen relevant:
- Wo wurde das IP entwickelt?
- Welche Gesellschaft beschäftigt die Entwickler und Fachpersonen?
- Wer verwaltet die Schutzrechte tatsächlich?
- Wo werden kommerzielle Entscheidungen getroffen?
- Wie sehen Lizenzbeziehungen aus?
- Welche Transfer-Pricing-Fragen bestehen?
- Welche Investoren- und Finanzierungsstrukturen sind relevant?
- Sind spätere Unternehmenskäufe oder ein Exit geplant?
Diese Punkte sollten gemeinsam betrachtet werden, bevor wesentliche IP-Rechte übertragen oder reorganisiert werden.
Schweizer Firmenkonto
Die Registrierung einer Schweizer Gesellschaft garantiert nicht automatisch die Eröffnung eines dauerhaften Firmenkontos.
Schweizer Banken müssen unter anderem verstehen:
- wer Vertragspartner ist
- wer wirtschaftlich Berechtigter ist
- Eigentümer- und Kontrollstruktur
- Geschäftsmodell
- Zweck des Kontos
- Mittelherkunft
- Vermögensherkunft, soweit relevant
- beteiligte Länder
- erwartete Zahlungsströme
FINMA stellt Anforderungen an die Identifikation von Kunden und wirtschaftlich Berechtigten sowie an die Bekämpfung von Geldwäscherei.
FINMA – Geldwäschereibekämpfung
Ein gut vorbereitetes Bankdossier kann unter anderem enthalten:
- Handelsregister- oder Unternehmensauszug
- Statuten
- Eigentümerstruktur
- UBO-Dokumentation
- Jahresabschlüsse
- Steuerunterlagen
- Investoreninformationen
- Kundenverträge
- Lieferantenverträge
- Bankauszüge
- Nachweise zur Mittelherkunft
- Finanzplanung
- Businessplan
Ein etabliertes israelisches Technologie- oder operatives Unternehmen verfügt häufig bereits über eine umfangreiche dokumentierte Unternehmenshistorie, was ein Schweizer Bank-Onboarding wesentlich unterstützen kann.
Tätigkeiten mit erhöhtem Prüfungsbedarf
Eine vertiefte Bank-, Compliance- oder regulatorische Prüfung kann insbesondere relevant sein bei:
- Fintech
- Payments
- Krypto-bezogenen Tätigkeiten
- Asset Management
- internationalem Handel
- Cybersecurity
- Dual-Use-Technologien
- Pharma
- Healthcare
- anderen regulierten Tätigkeiten
Diese Fragen sollten möglichst vor der Gründung der Schweizer Gesellschaft beurteilt werden.
Kapitaleinzahlungskonto und dauerhaftes Firmenkonto
Die Gründung einer Schweizer Gesellschaft beginnt üblicherweise mit einem Kapitaleinzahlungskonto.
Für eine Schweizer GmbH:
- CHF 20'000
Für eine Schweizer AG:
- der gesetzlich erforderliche einbezahlte Teil des Aktienkapitals
- grundsätzlich mindestens CHF 50'000
Nach Einzahlung stellt die Bank die für die Gründung erforderliche Kapitaleinzahlungsbestätigung aus.
Nach Eintragung im Schweizer Handelsregister kann das Kapital freigegeben werden.
Das dauerhafte operative Firmenkonto ist davon zu unterscheiden.
Die Genehmigung des Kapitaleinzahlungskontos bedeutet nicht automatisch, dass auch das dauerhafte Firmenkonto genehmigt wurde.
Dokumente aus Israel
Wenn der Aktionär oder Gesellschafter eine Privatperson ist
Möglicherweise erforderlich sind:
- Reisepass
- Wohnsitznachweis
- Angaben zum Steuerwohnsitz
- Erklärung zum wirtschaftlich Berechtigten
- beruflicher Lebenslauf
- Nachweis der Mittelherkunft
- Nachweis der Vermögensherkunft, soweit erforderlich
- Beschreibung des geplanten Schweizer Geschäfts
Wenn der Aktionär eine israelische Gesellschaft ist
Zusätzlich können erforderlich sein:
- aktueller israelischer Unternehmensauszug
- Statuten
- Angaben zu Aktionären
- Direktoren und Zeichnungsberechtigten
- UBO-Dokumentation
- Konzern- oder Eigentümerstruktur
- Unternehmensbeschluss über die Beteiligung an der Schweizer Gesellschaft
- Jahresabschlüsse
- Steuerunterlagen
- Geschäftsverträge
Die Israeli Corporations Authority stellt offizielle Unternehmensinformationen und Unternehmensauszüge zur Verfügung.
Israeli Corporations Authority – Company Registration
Je nach Anforderungen von Schweizer Notar, Bank oder anderen Empfängern können notwendig sein:
- beglaubigte Kopien
- notarielle Beglaubigung
- Apostille
- Übersetzung
Die genaue Dokumentenliste sollte deshalb im Voraus abgestimmt werden.
Praxisbeispiel: Technologieunternehmen expandiert in die Schweiz
Angenommen, ein etabliertes Technologieunternehmen verfügt über R&D und technische Teams in Israel.
Die Zahl der Kunden in der Schweiz und Europa wächst, und das Unternehmen erwägt eine dauerhafte Schweizer Präsenz.
Vor der Wahl zwischen GmbH und AG sollten zunächst folgende Fragen geklärt werden:
- Welche Schweizer Rechtsform ist geeigneter?
- Wer soll Eigentümer der Schweizer Gesellschaft sein?
- Welche kommerziellen Funktionen sollen in der Schweiz angesiedelt werden?
- Welches professionelle Profil benötigt die Schweizer Wohnsitzvertretung?
- Reicht ein Domizil oder wird ein eigenes Büro benötigt?
- Welche Bankstruktur passt zum Geschäftsmodell?
- Welches Management und Fachpersonal wird benötigt?
- Bestehen regulatorische Anforderungen?
- Wie sollen die Beziehungen zwischen israelischen und Schweizer Aktivitäten dokumentiert werden?
- Welche grenzüberschreitenden Steuerfragen benötigen eine separate Spezialistenprüfung?
Erst nach Klärung dieser Fragen sollte die endgültige Struktur festgelegt werden.
Für Technologieunternehmen ist dies besonders wichtig, weil Vertrieb, IP, Management, Finanzierung und Personal häufig auf mehrere Länder verteilt sind.
Praxisbeispiel: Internationale Handelsgruppe baut Schweizer Präsenz auf
Ein weiteres Beispiel ist ein etabliertes Handels- oder Industrieunternehmen, das seine europäischen Aktivitäten erweitert.
Mögliche Schweizer Funktionen:
- internationale Kundenbeziehungen
- europäische Lieferanten
- internationaler Handel
- Logistik
- Handelsfinanzierung
- Bankbeziehungen
- Investor Relations
- ausgewählte internationale Managementfunktionen
Eine solche Gesellschaft kann zusätzlich Schweizer Fachkompetenz benötigen in:
- internationalem Handel
- Commodities
- Finance
- Trade Finance
- Compliance
- Logistik
- branchenspezifischem Management
Ziel ist nicht, für jeden ausländischen Unternehmer dasselbe Unternehmensmodell zu verwenden, sondern eine Struktur zu schaffen, die zum tatsächlichen Geschäft passt.
Nach der Gründung: Buchhaltung, MWST und Payroll
Der Handelsregistereintrag ist erst der Beginn der operativen Struktur.
Eine Schweizer Gesellschaft kann benötigen:
- Buchhaltung
- Jahresabschluss
- Unternehmenssteuererklärungen
- MWST-Registrierung
- MWST-Abrechnungen
- Lohnbuchhaltung
- Sozialversicherungen
- Verwaltungsratsdokumentation
- Aktionärs- oder Gesellschafterdokumentation
- Dokumentation der wirtschaftlich Berechtigten
- Revision, falls erforderlich
- regulatorische oder Compliance-Funktionen
MWST
- Israel Standard-VAT: 18%
- Schweiz Standard-MWST: 8.1%
Die tatsächliche steuerliche Behandlung hängt ab von:
- Art der Ware oder Dienstleistung
- Kundenstatus
- Leistungsort
- Import
- Export
- lokalen Registrierungspflichten
Payroll und Management
Wenn ein Gründer oder Mitarbeiter für die Schweizer Gesellschaft arbeitet, die Tätigkeit jedoch physisch aus einem anderen Land ausführt, können zusätzliche Fragen entstehen zu:
- Lohnbesteuerung
- Payroll
- Sozialversicherung
- Betriebsstätte
- Ort der Geschäftsleitung
Das Ergebnis hängt vom tatsächlichen Arbeitsmodell ab.
So wird eine Schweizer Struktur praktisch aufgebaut
Ein professionell organisiertes Schweizer Projekt beginnt mit dem Geschäftsmodell – nicht mit den Notariatsunterlagen.
Typischerweise umfasst der Prozess:
- kommerziellen Grund für die Schweiz definieren
- geeignete Schweizer Rechtsform wählen
- Eigentümer- und Governance-Struktur bestimmen
- Funktionen zwischen den Ländern aufteilen
- Schweizer Wohnsitzvertretung auswählen
- Personalbedarf bestimmen
- regulatorische Anforderungen prüfen
- UBO-Dokumentation vorbereiten
- Mittelherkunft und Vermögensherkunft dokumentieren
- Bankstrategie entwickeln
- Domizil oder Büro auswählen
- Gesellschaft gründen
- Handelsregistereintrag
- dauerhaftes Firmenkonto eröffnen
- Buchhaltung organisieren
- MWST organisieren
- Payroll aufsetzen
- grenzüberschreitende Verträge dokumentieren
- Spezialistenberatung koordinieren
- laufende Corporate Governance etablieren
Swiss Market Entry Services von Alpine Capital
Alpine Capital bietet Schweizer Corporate- und Market-Entry-Dienstleistungen für internationale Unternehmer, Investoren und Unternehmen an, die Aktivitäten in der Schweiz aufbauen oder entwickeln.
Je nach Projekt kann dies umfassen:
- Gründung einer Schweizer GmbH oder AG
- Strukturierung von Eigentum und Corporate Governance
- Koordination des Kapitaleinzahlungskontos
- Begleitung des Firmenkonto-Onboardings
- Schweizer Wohnsitzvertretung
- Geschäftsdomizil
- Büroinfrastruktur in Wollerau
- Buchhaltung
- MWST
- Payroll
- Koordination mit dem Notar
- Handelsregisterkoordination
- lizenzierte Rekrutierung von Schweizer Direktoren, Managern und Fachpersonen
- Koordination von internationalem Handel, IP und Market-Entry-Themen mit geeigneten Spezialisten
Alpine Capital verfügt über eine kantonale Bewilligung für private Arbeitsvermittlung innerhalb der Schweiz.
Dadurch können Gesellschaftsgründung, Schweizer Vertretung und die Rekrutierung von lokalem Personal innerhalb eines gemeinsamen Market-Entry-Prozesses koordiniert werden.
Das Ziel besteht nicht lediglich darin, eine juristische Person zu gründen.
Ziel ist der Aufbau einer Schweizer Unternehmensstruktur, bei der Rechtsform, Management, Bankstruktur, Personal und Corporate Infrastructure zur internationalen Geschäftsstrategie passen.
Häufig gestellte Fragen
Kann ein israelischer Staatsbürger 100% einer Schweizer GmbH oder AG besitzen?
Ja.
Eine israelische natürliche oder juristische Person kann grundsätzlich 100% einer Schweizer GmbH oder AG halten.
Ist ein Schweizer Aktionär erforderlich?
Nein.
Muss der Aktionär in die Schweiz ziehen?
Nein.
Ein ausländischer Aktionär kann weiterhin im Ausland ansässig bleiben.
Die Schweizer Gesellschaft muss jedoch die Anforderungen an die Schweizer Wohnsitzvertretung erfüllen.
Was ist das Schweizer Gegenstück zu einer Israeli Private Company Ltd.?
Es gibt kein vollständig identisches Gegenstück.
Für ein privat gehaltenes operatives Unternehmen ist die Schweizer GmbH häufig der naheliegendste praktische Vergleich.
Dabei ist eine Israeli Private Company aktienbasiert, während die Schweizer GmbH Stammanteile verwendet.
Wann kann eine Schweizer AG geeigneter sein?
Beispielsweise wenn geplant sind:
- Investoren
- mehrere Aktionäre
- internationaler Handel
- Unternehmenskäufe
- Holding- oder Gruppenfunktion
- spätere Veränderungen der Eigentümerstruktur
Ist eine Schweizer Wohnsitzvertretung obligatorisch?
Ja.
Die Gesellschaft muss durch mindestens eine entsprechend bevollmächtigte Person mit Wohnsitz in der Schweiz vertreten werden können.
Muss die Schweizer Vertretung Aktien besitzen?
Nein.
Warum ist professionelle Corporate Governance bei grenzüberschreitenden Strukturen wichtig?
Weil der Ort der tatsächlichen Geschäftsleitung Auswirkungen auf gesellschaftsrechtliche, bankbezogene und steuerliche Fragen haben kann.
Governance sollte deshalb zusammen mit der gesamten Unternehmensstruktur geplant werden.
Kann Alpine Capital Schweizer Management oder Fachpersonen rekrutieren?
Ja.
Alpine Capital verfügt über eine kantonale Bewilligung für private Arbeitsvermittlung in der Schweiz und kann ausgewählte Rekrutierungsmandate für Direktoren, Manager und Fachpersonal übernehmen.
Wie hoch ist die Unternehmenssteuer in Israel?
Der allgemeine Corporate Income Tax beträgt 23%.
Für bestimmte Unternehmen können Sonderregime gelten.
Wie hoch ist die Unternehmenssteuer in Wollerau?
Im offiziellen kantonalen Beispiel für 2026 weist Wollerau bei CHF 100'000 Gewinn vor Steuern CHF 11'599 Gewinnsteuer aus – rund 11.6%.
Separat nennt die Steuerverwaltung des Kantons Schwyz für die steuerlich attraktivsten Gemeinden eine effektive Gesamtsteuerbelastung von ungefähr 11.78%.
Wie hoch ist die Mehrwertsteuer in Israel?
18%.
Wie hoch ist die Mehrwertsteuer in der Schweiz?
8.1%.
Gibt es ein Doppelbesteuerungsabkommen zwischen der Schweiz und Israel?
Ja.
Das Abkommen betrifft unter anderem Unternehmensgewinne, Betriebsstätten, Dividenden, Zinsen, Lizenzgebühren und die Entlastung von Doppelbesteuerung.
Können israelische CFC-Regeln für eine Schweizer Gesellschaft relevant sein?
Potentiell ja.
Dies hängt von Eigentümerstruktur, Einkommensarten und weiteren tatsächlichen Umständen ab.
Die detaillierte Beurteilung erfolgt individuell.
Kann eine Schweizer Gesellschaft Marken und geistiges Eigentum halten?
Ja.
Eine Schweizer Gesellschaft kann Marken, Patente, Software-Rechte und weiteres geistiges Eigentum halten.
Die geeignete Eigentümer- und Managementstruktur hängt davon ab, wo diese Vermögenswerte entwickelt, verwaltet und kommerziell genutzt werden.
Offizielle und institutionelle Quellen
Schweiz
- Swiss SME Portal – Schweizer GmbH
- Swiss SME Portal – Schweizer AG
- Swiss SME Portal – Company Formation by Third-Country Nationals
- Swiss Federal Tax Administration – Switzerland–Israel Double Taxation Agreement
- Swiss Federal Tax Administration – VAT Rates
- Kanton Schwyz – Besteuerung juristischer Personen
- Kanton Schwyz – offizieller Steuervergleich 2026 mit Wollerau
- FINMA – Geldwäschereibekämpfung
- Eidgenössisches Institut für Geistiges Eigentum
- EDA – Bilaterale Beziehungen Schweiz–Israel
- Schweizer Botschaft in Israel – Wirtschaftsbeziehungen
Israel
- Israeli Corporations Authority – Company Registration
- Israel Tax Authority
- Knesset – Erhöhung der VAT auf 18%
- PwC Tax Summaries – Israel Corporate Tax
Jüdische Gemeinschaft in Zürich
Öffentliche Unternehmensbeispiele
- Check Point Software Technologies – Schweizer Standort in Spreitenbach
- Check Point Software Technologies (Switzerland) AG – Unternehmensinformationen
- Mepha und Teva – Schweizer Aktivitäten
- SodaStream (Switzerland) GmbH – offizielles Schweizer Impressum
Rafaela Aponte-Diamant und MSC
- Forbes – Rafaela Aponte-Diamant Profile
- Forbes – Israel-Bezug und Aufbau von MSC aus Genf
- Forbes – Geschichte von Rafaela Aponte-Diamant und MSC
Dieser Beitrag dient der allgemeinen Information zu Gesellschafts-, Geschäfts- und Steuerfragen und stellt keine individuelle schweizerische oder israelische Rechts-, Steuer-, Regulierungs- oder Anlageberatung dar.
Die geeignete Struktur hängt insbesondere von Eigentumsverhältnissen, Steuerwohnsitz, tatsächlicher Geschäftsleitung, Geschäftstätigkeit, Personal und erwarteten Zahlungsströmen ab.
